AG 6.12 - Innendämmung im Bestand


Die energetische Ertüchtigung von Gebäuden wird auch in Zukunft durch erhöhte Anforderungen des Gesetzgebers und durch steigende Erwartungen an den Wohnkomfort ein aktuelles Thema bleiben. In vielen Fällen ist dabei die bekannte Methode durch Installation eines Wärmedämmverbundsystems an der Außenseite der Gebäudehülle nicht möglich. Gestalterische und architektonische Aspekte können ebenso wie Auflagen des Denkmalschutzes diesem Verfahren entgegensprechen. In solchen Fällen kann eine energetische Ertüchtigung infolge von Maßnahmen zur Steigerung des Wohnkomforts oder infolge eines Gebäudenutzungswechsels nur in Form einer innenliegenden Dämmung erfolgen.

Innendämmungen führen neben der wärmetechnischen Verbesserung jedoch immer zu feuchtechnischen Problemen auf Grund der veränderten thermischen Eigenschaften der Konstruktion (zum Beispiel die Verlagerung des Taupunktes in das Mauerwerk). Obwohl in vielen Fällen ausgeführt, besteht gegenüber einer innenliegenden Wärmedämmung nach wie große Skepsis und Planungsunsicherheit:

  • Ob und wann ist einen Innendämmung sinnvoll?
  • Ist eine Innendämmung aufgrund Kondensatbildung auf der Innenseite der Außenwände notwendig, z.B. bei Wärmebrücken?
  • Bis zu welchen Grenzwerten ist eine innenliegende Dämmung durchführbar?
  • Bis zu welchen Dämmwerten ist eine Anbringung unbedenklich?
  • Einfluss der Materialauswahl
  • Problembehandlung Fensterlaibung und Balkenköpfe
  • Auswirkungen des Speicherverhaltens der Dämmstoffe auf das Raumklima (sommerlicher Wärmeschutz)

Mit den hygrothermischen Bauteilberechnungen (WTA-Merkblatt 6-1-01/D und 6-2-01/D) stehen dem Planer neue Werkzeuge zur Verfügung, mit denen die Abschätzung der Auswirkungen einer Innendämmung möglich ist. Ziel dieser Arbeitsgruppe soll sein, eine Merkblattserie zu entwickeln, das den Anwenders ermöglicht, eine innenliegende Dämmung zu planen, zu dimensionieren und auf feuchtetechnische Folgeschäden zu überprüfen.

Das erste Merkblatt: Innendämmung nach WTA I: Planungsleitfaden" ist im September 2009 erschienen und bietet erstmals die Möglichkeit eines vereinfachten Nachweises der hygrischen Auswirkungen einer Innendämmung. Die Arbeitsgruppe arbeitet mittlerweile mit Hochdruck an den weiteren Merkblättern zu den Themen "Nachweis von Wärmebrücken" und "Feuchtetechnische Nachweise" der geplanten Merkblattserie "Innendämmung nach WTA".