Mit dem Erscheinen des WTA-Merkblattes E 4-4-04/D soll Planern und Verarbeitern die Möglichkeit gegeben werden, marktübliche Injektionsstoffe gegen kapillare Mauerwerksfeuchtigkeit bezüglich ihrer Eigenschaften und Anwendungsgebiete einzuordnen. Hierfür werden Prüfkriterien zur Beurteilung der Wirksamkeit und Anwendungsgrenzen von Injektionsstoffen beschrieben. Für Hersteller werden Anforderungen präzisiert, die von ihren Injektionsstoffen erfüllt werden müssen. Alle am Bauprozess Beteiligten erhalten die Gelegenheit, nur solche Injektionsstoffe zur Anwendung zu bringen, die aufgrund von standardisierten Wirksamkeitsprüfungen ihre prinzipielle Eignung unter Beweis gestellt haben. Der Eignungsnachweis kann für unterschiedliche Mauerwerksfeuchtebelastungen (Durchfeuchtungsgrad: DFG 60 %, DFG 80 %, DFG > 95% +/- 5%) erbracht werden, so dass neben den Anwendungsmöglichkeiten auch Anwendungsgrenzen abgeleitet werden können.
Um den Missbrauch zu unterbinden, hat die WTA sowohl die Buchstabenfolge "WTA" als auch die Dienstleistungsmarke WTA unter der Nummer 39516412 beim Deutschen Patentamt eintragen lassen. Auf Antrag wird diese Dienstleistungsmarke solchen Injektionsstoffen zuerkannt, die alle in dem WTA-Merkblatt E 4-4-04/D "Mauerwerksinjektion gegen kapillare Feuchtigkeit" genannten Anforderungen erfüllen. Eine regelmäßige Fremdüberwachung ist Bestandteil des Anforderungskataloges. Über die Anträge entscheidet ein von der WTA einberufener, unabhängiger Zertifizierungsausschuss.
Anträge für das Benutzungsrecht der Dienstleistungsmarke können Hersteller von Injektionsstoffen bei der WTA-Geschäftsstelle stellen. Sie müssen dazu ein Prüfzeugnis, ausgestellt durch eine vom WTA anerkannte Prüfstelle, und ein vollständig ausgefülltes Formblatt vorlegen.
Nach einer kostenpflichtigen Überprüfung der notwendigen Unterlagen durch den WTA - Zertifizierungsausschuss erhält der Antragsteller die Dienstleistungsmarke für einen Zeitraum von einem Jahr zuerkannt, wenn alle Anforderungen erfüllt sind. Eine Verlängerung um jeweils zwei Jahre ist möglich. Dazu muss das Protokoll der Fremdüberwachung eingereicht werden.
Das Benutzungsrecht der Dienstleistungsmarke erlischt nach Änderung der Zusammensetzung des Injektionsstoffes oder bei nicht erfolgter Verlängerung. Wird die Verlängerungsfrist um ein Jahr überschritten, dann muss für den jeweiligen Injektionsstoff wieder eine Erstprüfung durchgeführt werden.
Wird ein Injektionsstoff unter gleichem Namen in verschiedenen Werken hergestellt, so muss je ein Antrag getrennt für jedes Herstellerwerk gestellt werden. Wird ein in einem Herstellerwerk produzierter Injektionsstoff unter verschiedenen Bezeichnungen verkauft, so kann die Dienstleistungsmarke auf Antrag auch auf den Injektionsstoff mit der anderen Bezeichnung ausgestellt werden.
Die von der WTA geprüften und mit der Dienstleistungsmarke gekennzeichneten Injektionsstoffe sind in einer Tabelle zusammengefasst. Die Liste über WTA-zertifizierte Injektionsstoffe gegen kapillare Mauerwerksfeuchtigkeit wird durch den Zertifizierungsausschuss aktualisiert. Im Kopf dieser Liste ist der jeweilige Aktualisierungsstand ersichtlich.
Für alle einzureichenden Unterlagen gilt, dass sie aktuell sein müssen. So dürfen Prüfzeugnisse für die Erstzertifizierung maximal 18 Monate und Überwachungsberichte maximal 12 Monate alt sein, technische Merkblätter müssen für das jeweilige Produkt im Antragszeitraum Gültigkeit haben. Die Erstellung von Prüfzeugnissen werden von WTA-autorisierten Prüfinstituten durchgeführt, die in der Lage sind, alle notwendigen Kennwerte reproduzierbar zu ermitteln. Unterschiedliche Prüfzeugnisse von jeweils anderen Instituten, die für den gleichen Injektionsstoff nur einen Teil der notwendigen Kennwerte ermittelt haben, werden nicht anerkannt. Aus dem Prüfzeugnis muss hervorgehen, dass die im WTA-Merkblatt E 4-4-04/D vorgeschriebenen Prüfverfahren angewendet worden sind.
Weitere Informationen finden Sie zu:
In der nachfolgenden Tabelle sind die Injektionsstoffe zusammengefasst, für die das WTA- Zertifikat als Gütesiegel erteilt wurde. Für die hierin aufgelisteten Produkte wurden dem Zertifizierungsausschuss der WTA die geforderten Prüfprotokolle vorgelegt, aus denen hervorgeht, dass die im WTA Merkblatt 4-4-04/D festgelegten Kriterien erfüllt werden.
Stand: Januar 2011
| Nr. | Firma | Injektionsstoff |
Zertifikat gültig bis |
Durchfeuchtungsgrad | Applikation | |||
|
≤60% |
≤80% | ≤95% | Druck- injektion |
Drucklose Injektion | ||||
| 1 | Dow Corning S.A. | DRI-SIL 55 |
Dezember 2006 |
X | X | |||
| 2 | Dow Corning S.A. | 1-6184 |
Oktober 2011 | X |
X |
|||
| 3 | ISOTEC Franchise- Systeme GmbH |
ISOTEC Spezialparaffin |
April 2011 | X |
X | |||
| 4 | Wacker Chemie AG |
SILRES BS SMK 550 | April 2011 | X |
X |
|||
| 5 | Saint-Gobain Weber GmbH (vormals maxit Deutschland GmbH) | weber.tec 940 (ehemals Adexin HS 2) | April 2011 | X |
X | |||
| 6 | Ruberstein GmbH |
Ruberstein Microemulsion |
April 2011 | X |
X |
|||
| 7 | Remmers Baustofftechnik GmbH |
Remmers Mauerinjektion, Art.-Nr. 0313 |
April 2011 | X |
X |
|||
| 8 | Remmers Baustofftechnik GmbH |
Kiesol iK, Art.-Nr. 1813 | Oktober 2011 | X |
X |
|||
| 9 | MC-Bauchemie GmbH & Co. KG |
Oxal HSL | Februar 2011 | X |
X |
|||
| 10 | BASF Wall Systems GmbH & Co. KG (vormals Colfirmit Rajasil GmbH & Co. KG) |
Rajasil NIG | April 2011 |
X |
X |
|||
| 11 | Sto AG |
Sto Murisol Micro | April 2011 | X |
X |
|||
| 12 | SCHOMBURG GmbH & Co. KG |
Aquafin-F |
Mai 2011 |
X |
X |
|||
| 13 | SCHOMBURG GmbH & Co. KG |
Aquafin-IB2 |
Mai 2011 | X |
X |
|||
| 14 | KÖSTER BAUCHEMIE AG | CRISIN 76 |
Oktober 2011 | X |
X | |||
| 15 | ATG GmbH |
Super Capillar 100 |
April 2011 |
X |
X |
|||
| 16 | Schuster GmbH |
VEINAL VSS 1-90 |
November 2011 |
X |
X | |||
| 17 | muro Bauchemie GmbH |
muro fluid SMK |
April 2011 |
X |
X |
|||
|
18 |
DESOI GmbH |
DESOI-Microemulsion |
September 2010 |
X |
X |
|||
|
19 |
Remmers Baustofftechnik GmbH |
Kiesol, Art.-Nr. 1810 |
September 2012 |
X |
X | |||
| 20 |
TECHNICHEM S. A. |
TECHNISIL MS HYBRIDE |
Oktober 2011 |
X |
X |
|||
| 21 |
Kurt Obermeier GmbH & Co. KG |
KORATECT HZS |
Juli 2011 |
X |
X |
|||
| 22 |
Injektions- & Abdichtungstechnik Zipprick |
Hydro-Injekt |
November 2009 |
X |
X |
| ||
| 23 | Olaf Pavel Bautenschutz GmbH & Co. KG | Povelit HZS | April 2010 | X | X | |||
| 24 | Wacker Chemie AG | SILRES BS SMK 1311 | Juni 2012 | X | X | |||
| 25 | auf Antrag keine Nennung | auf Antrag keine Nennung | Juni 2012 | X | X | |||
| 26 | TPH Bausysteme GmbH | AQUASTOP | Februar 2011 | X | X | |||
| 27 | Bostik GmbH | Kiesey Injektcreme | Februar 2011 | X | X | |||
| 28 | PCI Augsburg GmbH | PCI Bohrlochsperre | Februar 2011 | X | X | |||
| 29 | Wagener Bauartikel GmbH | DryZone | März 2011 | X | X | |||
| 30 | auf Antrag keine Nennung | auf Antrag keine Nennung | März 2011 | X | X | |||
| 31 | MEM Bauchemie GmbH | MEM Trockene Wand Fix & Fertig | Juni 2011 | X | X | |||
| 32 | Neisius Bautenschutz | CavaStop 300 | September 2011 | X | X | |||
| 33 | maxit Baustoffwerke GmbH | maxit san Horizontalsperre SMK | April 2011 | X | X | |||