Gemäß VDI 4600 (Entwurfsfassung) gibt der Kumulierte Energieaufwand KEA die Gesamtheit des primärenergetisch bewerteten Aufwands an , der im Zusammenhang mit der Herstellung (KEAH), Nutzung (KEAN), und die Entsorgung (KEAE) eines ökonomischen Gutes (Produkt oder Dienstleistung) entsteht bzw. diesem ursächlich zugewiesen wird.

Das Bild zeigt den Vergleich des kumulierten Energieaufwandes eines Niedrigenergiehauses (links) und eines Hauses in üblicher Bauweise (rechts).
Der kumulierte Energieaufwand für die Herstellung ist die Summe der primärenergetisch bewerteten Energieaufwendungen, die sich bei der Herstellung sowie bei der Gewinnung der Fertigungs-, Hilfs- und Betriebstoffe und Betriebsmittel einschließlich der Transportaufwendungen ergeben. Für ein NEH setzt sich der KEAH zusammen aus der bewerteten Gebäudemassenbilanz sowie bauvor- und baunachbereitenden Arbeiten: Erdaushub für den Bau des Gebäudes und die Wärmequellenanlage (WQA) der Wärmepumpe (WP)
Der kumulierte Energieaufwand für die Nutzung ist die Summe der primärenergetisch bewerteten Energieaufwendungen, die sich für den Betrieb oder die Nutzung des Gebäudes ergeben. Diese Summe beinhaltet neben dem Beriebsenergieverbrauch den Energieaufwand für die Herstellung und Entsorgung von Ersatzteilen, von Hilfs- und Betriebsstoffen sowie von Betriebsmitteln, die für Betrieb und Wartung erforderlich sind. Der Jahresheizwärmebedarf bestimmt sich für ein Gebäude auf Basis der Bauphysik, der Geometrie sowie der am Standort herrschenden klimatischen Verhältnisse. In Abhängigkeit vom Versorgungssystem (Heizung, Warmwasser, Wohnungslüftung) und Nutzverhalten ergibt sich der Heizenergiebedarf, der dem Versorgungssystem zugeführt wird, um den Wärmebedarf zu decken. Da das zu untersuchende Objekt monoenergetisch mit Strom versorgt wird, ist die wesentliche Größe des KEAN der Betriebsstrombedarf.
Der kumulierte Energieaufwand für die Entsorgung ist die Summe der primärenergetisch bewerteten Energieaufwendungen, die sich bei der Gebäudeentsorgung (Baumaterialien und Innenausbau) also dem Ausschleusen aus dem Nutzungskreislauf ergeben. Mögliche Entsorgungswege sind das Recyceln, das Downcyceln, die Verbrennung und die Lagerung in der Deponie. Der Entsorgungsaufwand gewinnt zunehmend an Bedeutung und beeinflußt heutige und zukünftige Baustoffe.
Quelle:http://www.fh-dortmund.de/fb/fb3/forschung/walter/fue/inhalt/kea_neh.htm vom 01.02.2001